Ehem. chemische Reinigung ALTEX in Salzwedel


   
Innerhalb von etwa 25 Jahren Nutzungsdauer kam es auf den Grundstücken der ehemaligen chemischen Reinigung ALTEX in Salzwedel zu massiven Verunreinigungen des Untergrundes mit leichtflüchtigen halogenierten Kohlenwasserstoffen (LHKW). Hauptkontaminanten waren „TRI“ und „PER“, die im Schadenszentrum das Grundwasser bis an die Grenze der Löslichkeit belasteten und vermutlich auch als überströmte Phasenbereiche vorlagen. Im Verlauf der Jahre hat sich im Grundwasserabstrom eine Schadstofffahne herausgebildet, in der auch Metabolite der LHKW-Abbaureihe in relevanten Konzentrationen vorliegen.
 
In der Funktion als Projektträger wurden durch die MDSE folgende Gefahrenabwehrmaßnahmen auf der Grundlage einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung durchgeführt und folgende Schadstoffmengen zurück gewonnen:
 
Maßnahmen
Zeitraum
Schadstoffrückgewinnung LHKW in kg
Bodenluftsanierung
11/2000 – 03/2002
163 kg
1. Bodensanierung 04/2004 – 05/2004
6.300 kg
2. Bodensanierung (Wabenverfahren)
11/2006
945 kg
Hydraulische Sanierung
11/2001 – 12/2009
1540 kg
Gesamt
-
8.948 kg
 
Im Rahmen einer Sofortmaßnahme fand im Zeitraum 2000/2002 ein Schadstoffentzug über eine Bodenluftabsaugung im Schadensherd statt. Von Dezember 2001 bis Dezember 2009 wurde das Grundwasser hydraulisch saniert (pump and treat). Im Zuge der hydraulischen Sanierung im Schadensherd wurde schnell deutlich, dass das in der Bodenmatrix gebundene Schadstoffpotenzial die Konzentrationsentwicklungen in der Bodenluft und im Grundwasser beeinflusste. Eine effiziente hydraulische Sanierung des Gesamtschadens unter alleiniger Nutzung der mittelfristig erreichbaren Transferpotenziale Boden – Bodenluft und Boden – Grundwasser war nicht möglich.
Deshalb wurde in 2004 über eine ergänzende Bodenmaßnahme eine Quellensanierung bis zum GW-Schwankungsbereich (ca. 4 m u.GOK) ein erhebliches Schadstoffpotenzial entnommen. Auf Grund der weiterhin anhaltend hohen LHKW-Konzentrationen im Grundwasser wurde im Jahr 2006 eine weitere Bodensanierung in der GW-gesättigten Bodenzone (bis 10m u.GOK) mittels Waberverfahren durchgeführt. Die Grundwasserreinigung mittels „pump and treat“ erfolgte zuerst im Schadenszentrum und zunehmend im Fahnenbereich. Mit dem Bau weiterer Sanierungsbrunnen im Jahre 2007 stiegen die durchschnittlichen Förderraten von 3 - 5m³/h auf
bis zu 11 - 13m³/h. Damit einhergehend konnten die Schadstofffrachten je Zeiteinheit nochmals deutlich erhöht werden. Bis Ende 2009 wurde aus 7 Sanierungsbrunnen gefördert, die über Unterflurleitungen mit der GWRA verbunden waren. In einem Vorlagebehälter der GWRA erfolgte eine Vorbelüftung und
Pufferung des Grundwassers mit Absaugung der schadstoffhaltigen Abluft und Sedimentation von Sinkstoffen.
Über Hydroanthrazit-Kies-Filter und einer 2 –stufigen Strippanlage wurde das Wasser abgereinigt und über eine Unterflurleitung dem Vorfluter zugeführt.
Die Abluftströme des Vorlagebehälters und der Strippanlage wurden gemischt und einer 2-stufigen- Luftaktivkohle-Adsorption zugeführt.
Seit 2010 wird ein Grundwassermonitoring durchgeführt.
 
Das maßgebliche Sanierungsziel nach Abschaltung der Grundwassersanierung ist dabei die Überprüfung der Stationarität der Schadstofffahne. Schadstoffzunahmen innerhalb der Fahne haben nur untergeordneten Bewertungscharakter. Als Bewertungsgrundlage hierfür wird die Ausdehnung der Fläche, die durch Bereiche von Isokonzen der Geringfügigkeitsschwellen für die Parameter Summe LHKW (20µg/l) bzw. VC (0,5µg/l) mit Stand September 2009 zzgl. eines Übergangs-/ Unschärfebereichs eingeschlossen wird, herangezogen.
Im Ergebnis der Auswertung des weiterhin laufenden Grundwasermonitorings hat sich die Ausdehnung der Schadstofffahne nach Einstellung der hydraulischen Maßnahme im Wesentlichen in ihrer Ausdehnung und Lage als stabil erwiesen. Der Fahnenrand liegt innerhalb des definierten Fahnenübergangs-/Unschärfebereiches. Es ist daher geplant den Umfang des Grundwassermonitorings weiter zu reduzieren.
 
Ansprechpartner: Herr Weiler, Tel.-Nr.: (0 34 93) 9762 164, E-Mail: aweiler@mdse.de