Ehem. Tanklager Dessau


   
Das Tanklager auf dem Grundstück Erich-Köckert-Straße 16 in 06842 Dessau wurde 1930 errichtet. Der eigentliche Ausbau zur sog. Großtankanlage Dessau mit Gleisanschluss und einer Gesamt-Lagerkapazität von ca. 800m³ an VK, DK und Öl erfolgte im Jahre 1939 mit dem Anschluss zum Benzol-Verband GmbH Bochum.
Während des II. Weltkrieges war Dessau wiederholt Ziel von Luftangriffen, wobei zur Vermeidung von Katastrophen Kraftstoff aus den im Tanklager bzw. auf dem Bahngelände befindlichen Kesselwagen in den Untergrund abgelassen wurde.
Im Jahr 1950 installierte die deutsch-russische Naphta-AG weitere unterirdische Tanks. Neben den o. g. Kraftstoffen wurden diverse Sorten Motor-, Hydraulik- und Spezialöle, Waschbenzin, Glysantin, Bremsflüssigkeit und Graphitlösungen sowie Flaschengas gelagert und umgeschlagen.
Das Tanklager wurde 1994 stillgelegt. Die Gebäude und baulichen Anlagen wurden vollständig rückgebaut. Im Rahmen einer Gefahrenabwehrmaßnahme erfolgte im Zeitraum 1999 /2000 ein Bodenaustausch an den Kontaminationsschwerpunkten bis zum Grundwasseranschnitt. In diesem Zusammenhang wurde eine Dränage errichtet, um die aufschwimmende Ölphase fassen zu können. Die Trennung Phase/Wasser erfolgt über einen Leichtflüssigkeitsabscheider.
Die Übernahme des Grundstückes durch die MDSE von der MINOL Grundstücksverwaltungs- und –verwertungsgesellschaft (MVG) erfolgte zum April 2000.
 
Unter Federführung der MDSE als Projektträger wurden bisher folgende weitere Gefahrenabwehrmaßnahmen umgesetzt:
 
Maßnahmen
Zeitraum
Schadstoffrück-
gewinnung
(Stand08/2008)
Ölphasenabschöpfung im Abstrom
06/2005 – 05/2015
58,5 m³ Ölphase
Air Sparging im Schadenszentrum
11/2006 – 03/2010
2.042 kg VOC/BTEX
 
Ölphasenabschöpfung
 
Die Hebung der Ölphase erfolgt im Grundwasserschwankungsbereich über Dränagepakete, bestehend aus 2 - 3 übereinander liegenden Dränagerohre (HDPE, DN 150, Schlitzweiten 10 mm) auf einer Länge von ca. 160 m. Die Leitungen münden in zwei zentralen Sammelschächten. In diesem sind Pumpen zur Grundwasserabsenkung sowie zum Absaugen der Leichtphase installiert. Das Öl-Wasser-Gemisch wird über einen Leichtflüssigkeitsabscheider (2-3-stufig mit Koaleszenzeinheit) geleitet. Die Abwasseraufbereitung erfolgt über einen Scheibenstripper und einer nachgeschalteten Luftaktivkohleeinheit (Arbeits- und Polizeifilter).
Mit der bestehenden Anlage wurde bis Ende 2014 bis zu 3m³/h (ausbaufähig bis 5m³/h) Wasser abgereinigt. Das Reinwasser wurde über eine Weiche einer Versickerungsdränage (Kapazität ca. 1m³/h) sowie in die Kanalisation abgeleitet. Seit 2013 gingen die Ölphasenzulaufraten kontinuierlich zurück (<50 Liter je Monat). Daher wurde entschieden, einen Pilotversuch über eine passive Ölphasenabschöpfung (ohne Grundwasserabsetzung) durchzuführen. Eine Entscheidung über die Fortführung der Maßnahme erfolgt im Frühjahr 2016
 
Ansprechpartner: Herr Weiler, Tel.-Nr.: (0 34 93) 9762 164, E-Mail: aweiler@mdse.de